Steinbacherhof

Raum für Bewegung und Begegnung – mit Mensch und Pferd

Der Steinbacherhof: eine Lebensschule. Eine Alltagsoase. Mein zweites Zuhause / Thomas

Der Steinbacherhof: der schönste Urlaubsort meiner Kindheit. Eine Oase der Geborgenheit und des Aufgehobenseins. Eine tägliche Herausforderung. Ein Ort, wo ich mich Zuhause fühle. Eine große Familie. Eine Lebensschule.

So würde ich das, was der Steinbacherhof für mich bedeutet, zusammenfassen, auch wenn er in Wahrheit wesentlich mehr ist und es kein leichtes Unternehmen ist, das Lebensgefühl, dass man dort findet und erlebt, mit Wörter zu beschreiben.

Die Aufregung und die Freude, die ich schon wochenlang in mir spürte, sobald ich wusste, dass ich bald eine Woche am Hof verbringen würde. Das Gefühl, so sein zu dürfen, wie ich bin und wie ich sein möchte. Diese besondere Form des Aufgehobenseins, die es einem ermöglicht, sich stets auf neue Herausforderungen einzulassen, sowohl im Tun, als auch im Sein. Diese wunderbaren Tiere und Menschen, die einem spüren lassen, dass man gesehen wird, man etwas wert ist, die einem freundliche Stupser geben, wenn man irgendwo steckt, einen fröhlich angrinsen, wenn das Leben gerade scheiße ist, und somit die negativen Gedanken für eine Weile verschwinden lassen.

Ich könnte noch viele Seiten fühlen mit der Aufzählung von all dem was ich am Steinbacherhof schätze, gefunden und für mich entdeckt habe. Und trotzdem wäre ich dem, was der Steinbacherhof wirklich ist, noch immer nicht gerecht.

Dort ist nämlich jeder Augenblick, jeder Mensch, jedes Wesen besonders. Und in der gegenseitigen Begegnung mit dem Anderen, in diesem sicheren Rahmen wo man sich ganz auf das Hier-und-Jetzt einlassen kann, entstehen unzählige wertvolle Erinnerungen. Es sind Momente des Aufeinandertreffens, die einen nicht nur zutiefst bewegen können, sondern auch ins innerstes der Seele hineindringen, und sich im Herzen festsetzen. Und es sind genau diese Erinnerungen, die einem in schwierigen Zeiten ein Stück Hoffnung, Mut, Lebensenergie oder Gelassenheit wieder finden lassen.

Der Steinbacherhof ist auch ein Ort, an dem man nicht nicht lernen kann. Hier ein paar Fächer des außerordentlichen Curriculums dieser Lebensschule: Ich und die Welt, Umgang mit Emotionen, Einzigartig im Miteinander, Achtsamkeit und Gelassenheit, Liebe beginnt bei der Selbstliebe, Die tausend Geheimnisse der Natur, Im Hier und Jetzt leben. Wer diese Schule eine Zeitlang besucht kommt gestärkt heraus und ist bereit, die Hindernisse und Herausforderungen des Lebens entspannter anzunehmen, und diese auch zu meistern.

Ich möchte mich in diesem Text auch bei der Doris ganz herzlich bedanken. Denn ohne sie geht ja gar nichts. Ihr Leben widmet sie seit jetzt schon 20 Jahren dem Hof, ihren Tiere und all jenen Menschen, die bei ihr eine Art zweites Zuhause gesucht und auch gefunden haben. Ich frage mich oft, wie es möglich ist, so ein großes Herz in sich zu tragen, so viel Geduld, Leidenschaft und Energie für andere zu haben, so viel Zeit in seine Arbeit reinzustecken, so viele Kompromisse einzugehen und auf so viele Sachen zu verzichten, nur damit es anderen besser geht. Woher sie diese Kraft und diese Hoffnung in jedem Einzelnen hat, habe ich noch nicht herausgefunden. Es ist auf jeden Fall unglaublich inspirierend. Außerdem hat mir ihr alltäglicher Umgang mit Mensch, Tier und Natur mehr beigebracht, als 10 Jahre auf der Schulbank.

Aber das Wesentlichste, was ich bei ihr gelernt habe ist, dass oft die kleinsten Gesten am meisten auslösen und in Erinnerung bleiben: eine Dose Erdnüsse, mit einem draufgezeichnetem Smiley und ein “Ich hab dich lieb” auf den Deckel geschrieben, vor der Türe zu finden, wenn es mir nicht gut geht. Eine Umarmung im richtigen Moment. Ein Lächeln oder ein Augenzwinkern um mir mitzuteilen, dass alles gut ist. Ein kleiner Arschtritt wenn ich gerade faul bin. Ein Geschenk aus dem nichts heraus, einfach weil du Freude daran hast, Menschen die dir wichtig sind, etwas zu schenken. Oder die berühmte Frage “Was denkst du gerade?”, um mich aus meinen Gedanken herauszuholen und mir ein aufmerksames Ohr anzubieten.

Es ist schön, dass es dich gibt, und du so vielen Menschen ganz selbstverständlich Seelenwärme, Hoffnung und Mut schenkst. Danke.

Thomas Waldhäusl (Sozialpädagoge)

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